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MANFRED BRÜNDL's SILENT BASS
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![]() Gustav 6.48 Leonardo 1.58 Nelson 6.50 Only U 5.41 Arnold 4.38 Jacqueline 5.30 Ernest 5.46 Carl 2.55 Egon 5.50 Charles-Édouard 3.11 Anton 6.34 Total Running Time: 55.43 All compositions by Manfred Bründl Recorded April 2005 in Weimar, Germany Sound engineer: Matthias Middelkamp Photos © 2005 by Albert Kösbauer Cover-photo © 2005 by Manfred Bründl Design © 2006 by LaikArt, Bremen, Germany Translation by Jens Hirschberg Cataloguenumber: 3510212.2 © and (P) 2006 by Laika-Records P.O.Box 10 38 02, 28038 Bremen, Germany www.laika-records.com info@laika-records.com Made in Germany by SONOPRESS GmbH Manfred Bründl plays PIRASTRO strings Produced by Peter Cronemeyer Published by Musikverlag Laika-Records & Publishing All compositions by Manfred Bründl (GEMA) contact: www.manfredbruendl.de 15,50 Euro + Versand 15,50 + Postage zur Homepage |
Widmungen durchziehen die Kunst- und Musikgeschichte. Wahlverwandtschaften. Zueignungen. Sich zu anderen ins Verhältnis zu setzen bedeutet zugleich, eigene Standorte oder eigene Wege zu bestimmen. Eine Hommage sagt etwas über die verehrte Person, aber nicht minder Wesentliches über denjenigen aus, der diese Widmung formuliert literarisch, bildnerisch, darstellend, mit Worten, Formen, Farben, Räumen, Klängen, Gesten... Der Jazz ist randvoll mit Tribute-Alben, -Platten, -Programmen. Widmungen sind en vogue. Es gibt Oberflächenphänomene, gewiss. Doch es gibt genügend Motive für tiefgreifende und tiefgründige Widmungen. In keiner anderen Kunstform finden wir dermaßen viele personelle Verflechtungen wie im Jazz. Improvisatoren beziehen sich aufeinander, treffen einander, auf Reisen und im Prozess des Spiels. Hinzu kommt die historische Dimension: der Bezug auf die Vorgänger und Vorbilder. Im Jazz spielt jeder nicht nur mit den eigenen Erfahrungen, sondern auch mit denen der anderen. Manfred Bründl weitet den Blick, schaut vom Jazz aus auf die Künste. Was zählt ist Persönlichkeit. Unverwechselbarkeit, Profil, Signatur, Signifikanz. Die persönliche Porträtgalerie des Bassisten gleicht einer künstlerischen Konfession. Im Spiel des Quartetts geht es kaum um das Zitat oder die lautmalerische Vergegenwärtigung, sondern um die Substanz, die Atmosphäre, die geistigen Dimensionen. Das Bekenntnis zur Moderne spiegelt sich bereits in der Auswahl von deren Vorläufern. Da wird Leonardo da Vincis Magie beschworen und Gustav Mahler mit melodisch-rhythmischem Schwung begrüßt. Kein Jazzmusiker, der an John Coltrane vorbeikäme. Fern von epigonalen Aufgüssen atmet Only U Coltrane-Spirit. Die musikalischen Porträts von Arnold Schönberg und Anton Webern offenbaren die Nähe klanginnovativer Bestrebungen zeitgenössischer Improvisatoren zu den Wegbereitern der neuen Musik. Was in der reinen Lehre dem kompositorischen Kalkül entsprang, läßt sich nun in den Fluss des spontanen Spiels versetzen. Mit der Reminiszenz an Carl Czerny kommt zum Bewusstsein, wie aus dem lebenslangen Lernen künstlerischer Ernst wird. Die Schule der Geläufigkeit führt nicht nur zu technischer Souveränität, sie kann auch den Weg auf das Wesentliche freilegen. In der musikalischen Ausleuchtung von Ernest Hemingway entdecken wir hinter dem Bild des Draufgängers eine hochkom-plexe und verletzliche Persönlichkeit. Jacqueline du Pré erscheint voller Leidenschaft in einem Leben, das sich von der Kunst nicht ablösen lässt und umgekehrt. Die Sicht auf Egon Schiele konzentriert den Blick auf einen kompromisslos individuellen Expressionismus. Und im musikalischen Portrait Charles-Édouard Le Corbusiers spiegelt sich der Hang zur Abstraktion ohne Verzicht an sinnlicher Klarheit und Prägnanz. Nelson Mandela ist die einzige Persönlichkeit in diesem Reigen, die einer anderen Sphäre, der des politischen Handelns entstammt. Doch das Streben nach neuen, freien Verhältnissen zwischen Individuen und gesellschaftlichen Gruppen kann zugleich als das größte Kunstwerk betrachtet werden. Indem Manfred Bründl auf andere schaut, imaginiert er seine Auffassung von einer Musik, in der kompositorische Strukturen und freie Improvisationen ineinander greifen und in der, auch wenn die Stücke vom Bass aus konzipiert werden, alle Stimmen gleich wert und gleich wichtig sind. Silent Bass bedeutet ja nicht, dass der Bass unhörbar wäre. Er ist nur das vergleichsweise stille Instrument, das die Basis schafft zusammenhaltend und solistisch hoch fliegend. Und selbst wenn er einmal nicht zu hören sein sollte, könnte er als anwesend gedacht werden. Das wäre dann ein zwölftes Bild in dieser Portrait-Galerie, eines das John Cage gewidmet ist. Dr. Bert Noglik Tributes pervade the history of art and music. Affinities. Dedications. To put oneself into context with somebody else also means to define one's own positions and ways. A homage states something about the honoured person, but also something essential about the person who formulates the tribute, in literature, in vision, in performance, with words, forms, colours, spaces, sounds, gestures... . |
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