HARTMANN & BRUNN

Nineteen Strings

19 Saiten, die in allen nur erdenklichen Variationen gespielt werden: gezupft, geschlagen, mal hart, mal zart berührt, gerissen, gedrückt, immer wieder neu gestimmt. Das ist das musikalische Gravitationsfeld von Hans Hartmann (Chet Baker, Johnny Griffin, Guru Guru) und Andreas Brunn. Ihr Duo, bestehend aus 12-saitigem Chapmanstick (Hartmann) und 7-saitiger Gitarre (Brunn) ist einmalig auf der Welt und steht für eine ganz eigene Tonsprache. Eine, in der alles fließt, angesiedelt irgendwo zwischen Jazz, Weltmusik und Klassik. Eindrucksvoll zu hören auf „Nineteen Strings“ – dem Debütalbum von Hartmann & Brunn.

1995 kreuzten sich die Wege der Berliner Saitenzauberer zum ersten Mal. Damals im Ensemble eines italienischen Akkordeonisten, in der Hartmann die Rolle des Kontrabassisten übernahm. Ein Aufeinandertreffen, das zunächst keine weiteren Folgen zu haben schien. Bis Brunn dem gebürtigen Schweizer einen Hausbesuch abstattete und es „klick“ machte. „Als Hans mir seinen Chapmanstick vorführte, war ich auf der Stelle angekickt", erinnert sich Brunn. "Ein Instrument, auf dem man gleichzeitig zwei völlig voneinander unabhängige Linien spielen konnte. Das kannte ich bis dahin allenfalls vom Klavier, aber nicht von einem Saiteninstrument, das zudem noch elektronisch verstärkt wird. Mir war sofort klar, dass sich damit schier unbegrenzte musikalische Möglichkeiten bieten.“ Brunn sollte Recht behalten.
Ihre Kompositionen sind musikalische Dialoge auf höchstem Niveau. In ihrem Verlauf wechseln sich Führungs- und Begleitrolle zwischen Gitarre und Chapmanstick immer wieder ab. Wenn Brunn dann auf den unteren Zargen seiner Gitarre noch diverse Percussion-Sounds einstreut (wie z.B. im heiteren Opener „Killer Joke“), entsteht der Eindruck, dass hier statt eines Duos ein Quartett am Werk ist, dessen Vorliebe für rhythmisch vertrackte Kompositionen klar heraus zu hören ist.
Andreas Brunn ist Gründungsmitglied der Band "For Free Hands".