Die Nische lebt. Seit Über 25 Jahren.

Mitten in der Bremer Altstadt arbeitet das Jazz- und Weltmusik- Label LAIKA-RECORDS. Mit Blick auf die historische Uferpromenade an der Weser und mit Radio Bremen als Nachbarn produziert Laika-Records jenseits ausgetretener Pfade erfolgreich seit über zwanzig Jahren Musik.

LAIKA - das erste Label im Weltall?

LAIKA im AllDer Fingerstyle-Gitarrist Ulli Bögershausen gründete 1989 das Label LAIKA-RECORDS und den Musikverlag. Der Name Laika wurde aus phonetischen Gründen von Ulli Bögershausen gewählt - dass unter gleichem Namen eine Hündin ins Weltall befördert wurde, war nicht Ullis Schuld. Als Musiker wollte Ulli ein von kurzfristigen Marketing-Strategien unabhängiges Label etablieren. Mit dem Focus auf hohe musikalische Qualität und der nötigen Ernsthaftigkeit gelang ihm dies relativ schnell. Das Label startete mit Aufnahmen des Keyboarders Thomas Kessler, es folgten Daniel Guggenheim und der Pianist Christof Sänger, die Preise der "Deutschen Schallplattenkritik" erhielten. Doch wie das Leben so spielt, wurde der hohe Verwaltungsaufwand schnell zur Falle Ullis eigener Kreativität. Aber wozu hat man Freunde, mit denen man sich die Arbeit teilen kann? Und so bat Ulli den Konzertagenten und Diplom-Ökonomen Peter Cronemeyer um Hilfe.

Die freundliche Übernahme

Peter CronemeyerPeter Cronemeyer, hier fotografiert von Christian Erber, übernimmt freundlich 1996 das Label und den Musik-Verlag, während Ulli Bögershausen nun mehr Zeit in seine Karriere als Gitarrist investieren kann.
Peter Cronemeyer kam 1969 als zwölfjähriger vom niederrheinischen Xanten in die Freie Hansestadt Bremen. "Das war ein Kulturschock für mich. Ich kam vom idyllischen Gartenschlauch in die Wasserwerfer, die damals gegen die Schülerbewegung in Bremen argumentierten." Nach redlich geschafftem Abitur am Alten Gymnasium studierte er Ökonomie und organisierte "nebenbei" Kulturveranstaltungen, wie z.B. 'Rock gegen Rechts' Konzerte. "Durch diese Beschäftigung mit dem Hintergrund des Musikgeschäftes kam ich nach dem Studium zur Gründung einer Konzertagentur. Neben Konzerten mit John Mayall, Mark Helias oder Volker Kriegel organisierte ich u.a. für die amerikanische Jazz Harfenistin Deborah Henson-Conant internationale Tourneen. Deborah war damals bei GRP, dem renommierten Label von Dave Gruisin, doch sie wollte den amerikanischen Druck dieses Labels nicht mehr und fragte mich nach Alternativen. Nun, es gab eine, denn der mit mir befreundete Gitarrist Ulli Bögershausen wollte Laika Records gerne wegen der immensen Verwaltungsarbeit verkaufen. Und so übernahm ich zuerst hälftig das Label und den Musikverlag und Deborah Henson-Conant hatte  ein neues Independent-Label gefunden." Bei dem sie übrigens bis heute geblieben ist.

Das Laika Prinzip

Fair Digital DeclarationGegen die Flut der Beliebigkeit im Musikgeschäft entwickelt Laika Records sein Programmkonzept: Im Vordergrund steht zuerst die Frage: "Braucht  Mensch dieses Album noch, oder ist es die wiederholte Wiederholung gängiger Zitate? Ist es musikalisch kreativ oder nicht? Ist es innovativ oder nur reproduktiv?" Und diese Fragen beantwortet der Labelchef Peter Cronemeyer aus dem Bauch: "Ob Laika Records eine neue Veröffentlichung wagt, ist zuerst eine Entscheidung ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes.  Erst wenn der Bauch ja sagt, plagt sich der Ökonom in mir und fragt andere wichtige Parameter ab: Wie ist die Live-Präsenz der Gruppe, was sagen die Vertriebe, die Medien und der Handel, wieviel Geld muss für Herstellung und Promotion in die Hand genommen werden?" So wird jede Produktion zur Herzenssache, durchfühlt und doch durchdacht. Mit ein Grund dafür, dass Laika Records nicht mehr als 12 Produktionen pro Jahr den geneigten Ohren anbietet. Und diese Aufnahmen sind aufwendig hergestellt: In exzellenten Studios aufgenommen und gemastert,  mit den Künstlerinnen und Künstlern wird die graphische Gestaltung  und die Verpackung diskutiert, damit auch die Optik und Haptik nicht zu kurz kommen. Die Presswerke Pallas und Sonopress in Deutschland stehen für Qualität in der Herstellung, die Vertriebe kümmern sich auch in schwierigen Zeiten um eine gute Präsenz der Produktionen im Handel.
Die Promotion kümmert sich um die Wahrnehmung der Veröffentlichung in den Medien, beißt hier manchmal auf Granit, findet aber meistens doch noch Rezensenten und Redaktionen, die sich die Mühe machen, sich mit Laika Records zu beschäftigen.
Gegenüber allen Beteiligten in diesem Geschäft steht die Transparenz der Entscheidungen und die Fairneß im Umgang im Vordergrund. Auch deshalb hat Laika Records den weltweiten Vertrag "Fair Digital Declaration" unterzeichnet. Der Vertrag wurde vom "Worldwide Independent Network (WIN)" vorangetrieben. In einer Erklärung der Unabhängigen Musikunternehmen (VUT) heißt es: "Mit der Unterzeichnung verpflichten sich unabhängige Musikunternehmen, wie beispielsweise Labels, Verlage und Vertriebe, dazu, ihren Künstlerinnen und Künstlern faire Verträge sowie eine gerechte Bezahlung für die Verwertung von digitalen Musikwerken zu bieten". Bisher haben über 700 Verlage, Labels und Produzenten weltweit unterzeichnet. Diese Fairneß gilt bei Laika Records natürlich für alle vertriebenen Musikwerke.

Der kurze Weg

Laika Records LogoWer bei Laika Records anruft, hat in aller Regel schnell den Chef am Apparat. Das vereinfacht viele Dinge.  "Laika Records ist kein anonymes Unternehmen. Ich stehe zu dem, was ich mache und muss mich nicht verstecken, was als Einzelunternehmung ja wohl auch kontraproduktiv wäre" sagt Peter Cronemeyer und ergänzt: "Auch der Internetauftritt von Laika Records ist bewusst keine seelenlose Bestellmaschine, die an Datensammlung interessiert ist. Deshalb gibt es auch keine Formulare, keine Cookies, nichts interessantes für die NSA - zum Bestellen und für Fragen zum Programm gibt es meine Telefonnummern und meine e-Mail- Adresse für den direkten Draht." Old school? Vielleicht. Oder einfach authentisch.
Musikerinnen und Musiker schicken bitte per Post ihre Demos und Infos (bitte keine mp3 files unaufgefordert mailen!).


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Janine Behrens im Gespräch mit Peter Cronemeyer

"Ich traf den symphatischen Labelmacher zum Interview in seinem Büro an der Weserpromenade. Wir sprachen über den Namen “Laika”, das Einmalige an der Arbeit mit Jazzmusikern und den Luxus auf Bauch-Entscheidungen hören zu können. Zu hören im Interview-Mitschnitt":